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Wie kamen wir dazu Akkus zu pushen und zu selektieren ? In mehreren unserer "Topp Packs" (factory team) bekannter Selektierer fanden wir mit unserem Pro Trak Lader defekte Zellen, oder Zellen die überhaupt nicht zueinander passten, obwohl die Kleberchen gaaaanz doll harmonierten. Dies machte uns stuzig und wir beschäftigten uns intensiv mit der Materie.
Um die Abweichungen mal zu verdeutlichen, was eine Abweichung von nur 1,5% (guter Industriestandard) bei einem Wert von 1,20 Volt heißen kann, hier ein kleines Rechenexempel: Von 1,182 Volt-bis-1,218 Volt wäre bei einem echten Wert von 1,20 Volt und einer Abweichung von nur 1,5% oder weniger alles drin. ? Tja da ist es wohl eher Zufall, ob der Kleber stimmt. Unser Gerät hingegen, kann und wird vor jeder „größeren“ Selektionsserie (>300 Zellen) neu justiert, so dass alle sechs Zellenfühler auf das beim justieren verwendete Multimeter abgestimmt sind. Es werden alle Phasen justiert (Laden, Ruhe und Entladephase) Wir verwenden auch nur EIN Gerät, haben also nie das Problem, das es schon zwischen den Geräten Tolleranzen gibt. Wir brauchen mit einem Gerät zwar länger zum selektieren, aber Qualität braucht eben. Ein unschlagbarer Vorteil einer Kleinserie :-) Wie kommen teilweise die guten Werte auf die Zellenaufkleber ? Tja ganz einfach, manche Selektiererverwenden wohl ein "dynamisches" Entladeverfahren (RDS oder "true value" matching genannt). Das heißt, wärend der Entladung wird die Last gewechselt (also zum Beispiel mal 30 Ampere, mal 20 und mal 10 Ampere). Offiziel natürlich um die Belastung des Akkus auf der Rennstrecke zu simulieren, in Wirklichkeit aber, um die Werte auf den Zellen "verbessern" zu können (wird häufiger "entlastet" gibt es einen besseren "Spannungswert" auf dem Kleber). Es steht zwar meist was von 30 Ampere auf dem Kleber, aber das ist nur die Spitzenbelastung. Eine weitere Methode ist, nur die ersten 300 Sekunden (dieser Zeitraum ist frei wählbar z.B. bei einem "Turbomatcher"; 300s sind hald die ersten 5 Minuten die ein Rennen üblicherweise dauert) zur Durchschnittsspannungsberechnung zu verwenden. Auch klar dass hier die Werte besser sind als wenn man die ganzen rund 530 Sekunden die heutige Packs haben in den Durchschnittswert mit einfließen läßt. Wir entladen neuerdings mit 35 Ampere linear und ohne Pausen und dabei werden die Zellen saumäßig heiss ! Danach kommt eine fine-selection mit Hilfe des Pro-Trak und dessen Datenschnitstelle zum PC. (by the way; pulsiertes Entladen wie z.B.: beim CS Cap Check ist Kinderkram. Überlegt mal ! Ein 10000 Meter Läufer macht dauernd Pause und es zählt dann trozdem nur die Zeit die er gerannt ist, also die Pausen zählen nicht, klar das er dann schneller war als einer der 10000 Meter am Stück rannte, oder etwa nicht?; also zum "Leermachen" der Akkus nach dem Lauf ist es ja o.k, aber für alles andere............) Wie bekommt man sonst noch schöne Werte auf dem Kleber ? Eine sehr innovative Methode hat der Pappi einer bekannten 1/12er Fahrerin in USA entwickelt. Er fängt bereits am Peak Punkt (also dort wo die Ladung noch im Gange ist, aber die Spannung zu sinken beginnt) an die Zellenwerte für seine Durschnittsspannungsberechnung einzusammeln. Somit fließen natürlich legendäre Werte (1,52 Volt und mehr zu Beginn) in die Berechnung der Durchschnittsspanung.
Abschließend dürfen wir sagen, dass natürlich jeder fahren darf was er will. Unser Verfahren ist extrem aufwendig und genau, da wir den Spannungsverlauf der Zellen wärend der Entladung betrachten und nicht nur "einen" Durchschnittswert (Import der Daten von der Pro Trak Monitor Software in MS-Excel und Vergleich von mehreren hundert Werten pro Zelle im Zeitverlauf).
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